Post aus dem Herzen: Warum Familientraditionen wie kleine Rettungsringe wirken können
Es war nur ein Stapel Papier.
Gedruckt. Gefaltet. Keine große Show.
Und trotzdem hat es uns beide komplett überrascht. Und zum Nachdenken gebracht.
Der Familiennewsletter eines Freundes.
Ein liebevoll zusammengestellter Rückblick aufs Jahr:
- Was war los bei jedem Familienmitglied?
- Welche Reisen gab es, welche Erlebnisse, welche Glücksmomente?
- Wer hat uns begleitet, wer war für uns da – und wem möchten wir einfach mal „Danke“ sagen?
- Und was steht im neuen Jahr an, worauf freuen wir uns?
Fast wie eine kleine Zeitung. Ganz sicher aber ein großes Stück Herz.
Wir haben ein anstrengendes Jahr hinter uns. Jeder für sich, aber auch gemeinsam. Ein Jahr mit Hürden, mit Müdigkeit, mit Momenten, in denen man sich fragt, ob man einfach mal kurz verschwinden darf. (Nicht für immer. Nur bis man wieder atmen kann.) Und dann kommt dieser kleine Newsletter ins Haus. Keine Social-Media-Rückschau. Kein Hochglanz-Highlight. Sondern echte Erinnerung. Echte Verbindung. Echte Wärme.
Und wir merken plötzlich: Wir haben fast vergessen, was alles trotzdem schön war.
Wir haben uns hingesetzt und über unsere eigenen Highlights gesprochen. Nicht die „großen“, die jeder sieht, sondern die stillen: Sonnenstrahlen an einem Regentag bei einem Ausflug in Potsdam. Erschöpfte, glückliche Kindergesichter nach einem Ausflug. Zu große Badehosen bei einem spontanen Ausflug ins Freibad. Nächte voller Reden und Philosophieren. - All das war noch da. Wir hatten es nur vergraben unter Alltag, To-do-Listen, Terminen und dem großen Wunsch, „funktionieren“ zu müssen.
Wir haben nachgedacht und diesen einen kleinen Satz gefunden, der hängen bleibt: Für jeden schlechten Moment suchen wir uns fünf gute oder schaffen fünf neue.
Manchmal reicht es, sich zu erinnern. Manchmal reicht ein Blick. Manchmal hilft ein Zettel, ein Foto, ein Gespräch. Und ganz oft reicht es, sich bewusst zu machen:
Wir leben nicht für Highlights. - Wir leben für das, was bleibt.
Familientraditionen dürfen neu gedacht werden. Es müssen nicht die Rituale von früher sein. Es darf euer ganz eigenes Format werden. Vielleicht ist es ein Jahresbrief, wie bei diesem Freund. Vielleicht ein Fotobuch, ein Ordner mit Notizen, eine Kiste voller Tickets, Belege und Lächeln. Vielleicht ein Spaziergang im Dezember, bei dem ihr euch gegenseitig eure Jahresrückblicke erzählt. Egal wie – Hauptsache, ihr schaut hin. Denn das Leben läuft schnell. Und Erinnerungen verblassen, wenn man sie nicht liebevoll konserviert.
Der Newsletter unseres Freundes war mehr als ein Stapel Papier. Er war ein Weckruf. Eine Einladung. Eine Erinnerung daran, dass die schönsten Geschichten oft die sind, die wir fast vergessen hätten. Vielleicht ist jetzt genau der richtige Moment, sich eine neue Tradition zu schenken. Eine, die nicht laut sein muss. Nur ehrlich. Und die euch hilft, auch im Trubel das Wichtige nicht zu verlieren:
Euch. Und das, was euch gut tut.
Bildrecht: Jon Tyson auf Unsplash

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