Rezension: "The Mortal Instruments – City of Bones" - Ein filmisches Chaos mit Herz (und sehr vielen bekannten Gesichtern)


Erinnert ihr euch an den Film, in dem "Vecna" aus "Stranger Things" etwas mit "Emily" aus "Emily in Paris" hatte, während "Klaus" aus "The Umbrella Academy" sie sehnsüchtig anschmachtete – und das Ganze flankiert von Schauspielern, bei denen sich die Elterngeneration wohlig an Zeiten von "The Tudors" und "Game of Thrones" erinnert fühlte? Genau. Willkommen bei "The Mortal Instruments: City of Bones".

Die erste Kinoverfilmung der erfolgreichen Young-Adult-Reihe von "The Mortal Instruments" hatte eigentlich alles, was ein Fantasy-Erfolg braucht: eine riesige Fangemeinde, eine komplexe Welt voller Dämonen, Schattenjäger und Runen – und ein Cast, der schon damals auffällig viele spätere Serien- und Filmstars vereinte.

Lily Collins als "Clary", Jamie Campbell Bower als "Jace" (ja, genau – der Jamie) und Robert Sheehan als "Simon", der sowieso immer ein bisschen mehr Charisma hat, als das Drehbuch vorsieht. Und trotzdem: Der Film wurde ein Flop.

Das Hauptproblem von "City of Bones" ist schnell benannt: Zeitmangel. Zu wenig Raum, um Figuren atmen zu lassen. Zu wenig Tiefe für Beziehungen, die im Buch über viele Seiten hinweg wachsen dürfen. Die Übergänge zwischen den Szenen wirken oft gehetzt, als würde jemand ständig auf die Vorspultaste drücken und hoffen, dass das Publikum schon irgendwie mithält. Gerade wer die Bücher nicht kennt, dürfte sich an einigen Stellen verloren fühlen. Motivationen werden angerissen, Konflikte angedeutet – aber selten wirklich ausgeführt. Und das ist schade, denn die Vorlage gibt so viel mehr her.

Auch visuell bleibt der Film hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die Welt der Schattenjäger hätte opulenter, düsterer, fantastischer sein dürfen. Stattdessen wirkt die Ausstattung stellenweise überraschend bodenständig – fast so, als hätte man Angst gehabt, zu sehr ins Fantastische abzurutschen. Dabei lebt diese Geschichte genau davon: von Überzeichnung, von Pathos, von einer Welt, die größer ist als das echte Leben. Jetzt kommt das große Aber. Trotz all dieser Schwächen ist "The Mortal Instruments - City of Bones" für mich ein Genuss. Warum? Weil ich die Geschichte liebe. Weil ich die Bücher kenne. Und weil ich mir all die fehlenden Szenen, Hintergründe und emotionalen Feinheiten ganz automatisch im Kopf ergänze. Ich sehe nicht nur den Film – ich sehe das, was er hätte sein können. Und manchmal reicht mir das. "The Mortal Instruments – City of Bones" ist kein guter Film im klassischen Sinne. Er ist überladen, hastig erzählt und bleibt visuell hinter seinen Möglichkeiten zurück. Als Verfilmung wird er der Tiefe der Buchreihe nicht gerecht. Aber als Fan? Als Leserin? Als jemand, der Spaß an urbaner Fantasy, bekannten Gesichtern und leichtem YA-Drama hat? Da funktioniert er für mich.

Von mir gibt es 2,7 von 5 Punkten.

Bildrechte: Constantin Film

Kommentare