Five Things & One More: Vampire, KI, Experimentalküche und ziemlich viel Crime
Es gibt Wochen, die haben ein großes Thema. Und dann gibt es Wochen, die bestehen aus lauter kleinen Dingen, die zusammengenommen irgendwie ziemlich gut sind. Meine hatte Vampire und Steuern. Künstliche Intelligenz und Verbrechen. Kriminalpsychologie. Ein kulinarisches Experiment. Wäsche in der Sonne. Und weil offenbar noch nicht genügend Verbrechen in dieser Woche waren, kommt zum Schluss auch noch eine koreanische Crime-Serie dazu.
Willkommen also zu meinen Five Things & One More.
READ: "The Vampire Accountant - Undeath & Taxes" von Drew Hayes (Teil 2 der Reihe um Fred, den Vampir)
Manchmal braucht ein Buch gar keinen komplizierten Pitch, um mich zu bekommen. Vampir. Buchhalter. - Das reicht.Aktuell lese ich „The Vampire Accountant“ und schon die Kombination aus Übernatürlichem und dem vermutlich Unübernatürlichsten überhaupt – Buchhaltung – hat mich neugierig gemacht. Ich bin noch mittendrin, deshalb gibt es an dieser Stelle bewusst noch keine endgültige Bewertung. Aber ich mag Bücher, die bekannte Genres ein bisschen anders angehen. Vampire hatten wir schließlich schon als romantische Helden, Monster, Teenager-Schwärme und jahrhundertealte Existenzkrisen auf zwei Beinen. Warum also nicht einmal einen Vampir, der sich mit Zahlen beschäftigt? Sonst noch jemand, der jetzt an Graf Zahl denkt? Die ausführliche Rezension folgt, wenn ich durch bin.
WATCH: Person of Interest
Bei „Person of Interest“ bin ich gerade wieder bei einer Serie gelandet, deren Grundidee heute fast noch interessanter wirkt als zu ihrer Entstehungszeit. Überwachung. Daten. Künstliche Intelligenz. Die Frage, wie viel eine Maschine über einen Menschen wissen kann – und was Menschen mit diesem Wissen tun dürfen. Verpackt wird das Ganze als Crime-Serie. Und das funktioniert für mich ausgesprochen gut. Natürlich gibt es Fälle, Spannung und dieses gefährliche Phänomen namens „Ich schaue nur noch eine Folge“. Was ich aber besonders mag, sind die Fragen dahinter. Was passiert, wenn Technologie Dinge über uns weiß, die wir selbst noch nicht wissen? Wer entscheidet, was mit diesen Informationen passiert? Und wann wird aus Schutz eigentlich Überwachung? Für eine Serie, die 2011 gestartet ist, sind einige dieser Fragen erstaunlich aktuell.EAT: Sechs Zutaten und kein Plan
Meine kulinarische Erkenntnis der Woche lautet: Man braucht nicht unbedingt ein Rezept. Manchmal braucht man Hackfleisch, Tomaten, Bohnen, Zwiebeln, Süßkartoffeln und Kräuter der Provence und ein bisschen Vertrauen. Ich hatte diese Zutaten und habe beschlossen, daraus einfach etwas zu machen. Keine ausgefeilte Rezeptentwicklung. Kein Pinterest-Bild, dem das Ergebnis am Ende ohnehin nicht ähnlich sieht. Kein komplizierter Einkaufszettel. Alles zusammen in den Topf. Abschmecken. Hoffen. Und siehe da: ziemlich lecker.Ich möchte solche Gerichte tatsächlich häufiger ausprobieren. Gerade im Alltag gefällt mir die Idee, mit wenigen Zutaten etwas Vernünftiges zu kochen, anstatt aus jedem Abendessen ein kleines Projekt zu machen. Vielleicht bekommt die Experimentalküche deshalb irgendwann sogar ihre eigene kleine Reihe hier.
LOVE: Der Duft von Wäsche in der Sonne
Mein LOVE der Woche könnte kaum unspektakulärer sein. Frisch gewaschene Wäsche. Draußen aufgehängt. Sonne. Dieser Geruch, wenn man sie später wieder hereinholt. Das war's. Und gleichzeitig irgendwie auch nicht.Ich beschäftige mich momentan viel damit, was ich in meinem Leben behalten möchte und was gehen darf. Dabei merke ich immer wieder, dass „mehr Lebensqualität“ für mich gar nicht zwangsläufig mehr Dinge bedeutet. Oft sind es solche vollkommen banalen Momente. Ein geöffnetes Fenster. Frische Bettwäsche. Blumen auf dem Tisch. Ein gutes Buch. Oder eben Wäsche, die nach Sonne riecht. Vielleicht ist Luxus manchmal erstaunlich günstig.
LEARN: Kriminalpsychologie
Diese Woche standen außerdem die ersten fünf Lektionen Kriminalpsychologie auf meinem Programm. Und ja: Wenn man sich meinen Serienkonsum dieser Woche anschaut, könnte man meinen, es gäbe ein gewisses thematisches Muster. Was mich daran besonders fasziniert, ist nicht das Spektakuläre an Verbrechen. Mich interessiert das Warum. Wie entsteht Verhalten? Welche psychologischen Faktoren spielen eine Rolle? Welche Erklärungsmodelle gibt es? Und wo liegen die Grenzen solcher Erklärungen? Ich liebe dieses Gefühl, am Anfang eines neuen Themengebiets zu stehen und plötzlich festzustellen, wie viel man noch nicht weiß. Vielleicht ist das überhaupt eine Sache, die ich mir unbedingt erhalten möchte: Neugierig bleiben. Nicht nur das lernen, was man beruflich unbedingt braucht, sondern manchmal einfach einem Thema folgen, weil man wissen möchte, was dahintersteckt.AND ONE MORE: Flex X Cop
Eigentlich wären meine Five damit komplett, aber ich muss noch über „Flex X Cop“ sprechen.Die südkoreanische Crime-Serie ist meine zusätzliche Entdeckung und bislang wirklich klasse. Ein privilegierter, ziemlich unkonventioneller Typ landet bei der Polizei – und trifft dort erwartungsgemäß nicht ausschließlich auf Menschen, die auf genau ihn gewartet haben. Das könnte sehr schnell ziemlich albern werden. Bislang funktioniert für mich die Mischung aus Crime, Humor, Figuren und Fällen aber erstaunlich gut. Es gibt allerdings einen entscheidenden Nachteil:
Man kann Flex X Cop nicht nebenbei schauen. Zumindest kann ich das nicht. Denn mein Koreanisch bewegt sich ungefähr auf dem Niveau von: … Nichts. Also Untertitel. Und Untertitel bedeuten: Augen auf den Bildschirm. Die ganze Zeit. Kurz aufs Handy schauen? Schlechte Idee. Nebenbei Wäsche zusammenlegen? Riskant. „Ich höre ja, was passiert“? Nein. Tust du nicht. Für jemanden wie mich, der beim Fernsehen durchaus gerne noch irgendetwas anderes macht, ist das fast schon eine Übung in Achtsamkeit. Eine Serie zwingt mich, tatsächlich eine Serie zu schauen. Revolutionär. Aber wenn das momentan mein größtes Problem mit "Flex X Cop" ist, spricht das ziemlich deutlich für die Serie. Klare Empfehlung für alle, die Crime mögen und bereit sind, ihrem Fernseher tatsächlich ihre ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

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