"North Shore – Tod in Sydney": Sonne, Mord und ein Krimi, der mehr sein könnte


Es gibt Krimis, die überraschen, einen eiskalt erwischen und noch Tage später beschäftigen. Und dann gibt es "North Shore – Tod in Sydney" – eine Serie, die eigentlich alles hätte, um genau das zu tun… und dann leider irgendwo zwischen sanfter Meeresbrise und vorhersehbaren Twists ins Mittelmaß abdriftet.

Warum ich die Serie trotzdem durchgesuchtet habe? Weil sie ein grandioses Setting, eine starke Ermittler-Dynamik und jede Menge Potenzial hat – das leider nicht ganz genutzt wurde.

Mord in Sydney – und ein britischer Ermittler mitten im Chaos

Eigentlich fängt alles richtig gut an: Sophie Chalcott, Tochter der britischen Handelsministerin Abigail Crawford (gespielt von Joanne Froggatt, die uns schon in "Downton Abbey" begeistert hat), wird tot aufgefunden. Klingt schon mal nach einem soliden Krimi-Start, oder?


Aber weil es nicht irgendein Fall ist, sondern politisch explosiv, schickt Großbritannien direkt einen eigenen Ermittler nach Sydney: Detective Max Drummond (John Bradley-West, aka Samwell Tarly aus "Game of Thrones"). Dort trifft er auf die australische Ermittlerin Meg Driscoll (Kristy Sturgess), und zack – das klassische „Wir müssen zusammenarbeiten, obwohl wir uns nicht ausstehen können“-Szenario ist geboren.

Und was soll ich sagen? Es funktioniert.

Denn Max und Meg sind genau die Art von Ermittler-Duo, das man gerne verfolgt: Er, der etwas steife, aber liebenswerte Brite, sie, die taffe Australierin, die mit seiner Art so gar nichts anfangen kann. Die Chemie stimmt, die Wortgefechte sind on point, und man hat direkt Lust, noch mehr von ihnen zu sehen.

Setting: Sonne, Strand, tödliche Geheimnisse

Der große Trumpf von "North Shore - Tod in Sydney" ist ganz klar das Setting. Sydney sieht einfach atemberaubend aus – Palmen, Yachten, High-Society-Partys und Villen mit Meerblick. Der Kontrast zwischen der Idylle der North Shore und der dunklen, korrupten Welt dahinter ist perfekt inszeniert.

Ich meine, wer würde nicht gerne einen Mordfall lösen, während im Hintergrund die Wellen brechen?
Aber jetzt kommt das große „Aber“...

Politische Verwirrungen – groß angekündigt, klein umgesetzt

Die Serie deutet an, dass hinter Sophies Mord große politische Machenschaften stecken könnten. Ich war sofort dabei: Intrigen! Verschwörungen! Mächtige Leute, die ihre Hände im Spiel haben!

Und dann… ja.

Sagen wir mal so: "North Shore" wirft viele interessante Fäden in die Luft – aber fängt nur die wenigsten davon wieder auf. Vor allem die Nebencharaktere, die viel mehr zur Tiefe der Geschichte hätten beitragen können, bleiben erschreckend blass. Ich hätte mir gewünscht, dass gerade hier mehr passiert, dass einige Figuren echte Überraschungen mitbringen. Aber stattdessen bekommt man das Gefühl, dass man viel Potenzial verschenkt hat.


Die große „Wendung“ – die leider schon in Folge 2 klar war

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich liebe es, wenn mich ein Krimi überraschen kann. Ich will miträtseln, mir Notizen machen (okay, vielleicht nicht wirklich) und am Ende denken: „Wow, DAS habe ich nicht kommen sehen!“

Tja. Leider war genau das bei "North Shore" nicht der Fall.

Denn während die Serie sich bemüht, Spannung aufzubauen, war für mich die große Auflösung schon in Folge 2 komplett offensichtlich. Und das ist – gerade bei einer Serie, die mit so viel Drama und Mystery wirbt – einfach zu wenig.

Das „Warum?“ – oder: Wie man sich ein Motiv ruiniert

Und jetzt kommen wir zum größten Problem: Das Motiv zur Tat.

Ich will nicht spoilern, aber ich sage nur so viel: Es ist absolut verabscheuenswert – und dabei so unrealistisch, dass ich es kaum fassen konnte.

Es gibt viele Gründe, jemanden umzubringen. Eifersucht, Gier, Rache – alles verständlich. Aber hier? Der Punkt, der zum Mord führt? Ich saß ehrlich fassungslos auf der Couch und dachte mir: „Ernsthaft? Das war die Motivation?“

Man hätte sich so viel mehr Mühe geben können, das Motiv clever zu gestalten – aber stattdessen fühlt es sich an wie ein billiger Schocker, der keinerlei psychologische Tiefe besitzt.

Mein Fazit: Ein Krimi, der Spaß macht – aber nicht zu viel erwarten!

Trotz aller Kritik muss ich sagen: "North Shore – Tod in Sydney" ist kein schlechter Krimi.

Wenn ihr Lust auf eine Serie habt, die leicht wegzuschauen ist, ein grandioses Setting bietet und ein Ermittler-Duo mit toller Dynamik in den Mittelpunkt stellt – dann go for it!

Aber wenn ihr auf einen ausgeklügelten Thriller hofft, der euch mit unerwarteten Twists und tiefgehenden politischen Intrigen überrascht… dann könnte die Serie euch frustrieren.

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen

Schöne Bilder, ein tolles Ermittler-Team – aber eine Geschichte, die mehr wollte, als sie am Ende liefern konnte. Trotzdem: Sydney sieht so toll aus, dass es fast schon egal ist.

Bildrechte: Paramount+



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