Stiefmutter war gestern – heute heißt das "Bonusmum"


Früher war die Stiefmutter die mit dem Apfel, dem Zauberspiegel oder dem Turm, in dem man Rapunzel versteckt. Böse, neidisch, herzlos – kurz: die Antagonistin schlechthin in jedem Märchen. 

Aber: Das war gestern. Willkommen im echten Leben. Mein Partner hat Kinder aus früheren Beziehungen und auch wenn wir nicht verheiratet sind, bin ich doch Teil des Lebens meines Partners und seiner Kinder. Ich bin nicht die böse Stiefmutter, eher eine Bonusmum -  und das ist mehr, als ein neues Wort. Es ist ein ganz neues Verständnis davon, wie Familie auch funktionieren kann.

Meine Bonuskinder bekommen keinen Ersatz.
Sie bekommen einen Menschen mehr, der sie liebt, unterstützt, begleitet.
Sie bekommen eine zusätzliche Familie, bei der sie sich geborgen fühlen dürfen.
Sie bekommen einen weiteren sicheren Hafen, der nicht in Konkurrenz steht – sondern in Ergänzung.

Denn: Ich will nicht Mutter sein. Ich bin nicht Mutter. Aber ich darf ein Teil ihres Lebens sein – und das ist ein Geschenk, das ich nie selbstverständlich nehme.

Natürlich ist es auch eine Gradwanderung. Denn es gibt eine Mutter. Und diese Rolle ist heilig. Als Bonusmum geht es nicht darum, etwas zu ersetzen – sondern etwas Neues entstehen zu lassen.Zwischen Alltag, Verantwortung und Patchwork-Chaos entstehen Momente, die unbezahlbar sind:

Das erste Mal, wenn sie dich spontan umarmen. Das „Ich hab dich lieb“ ohne Anlass. Das Vertrauen, das langsam wächst – nicht, weil es muss, sondern weil es will.

Familie ist, was du draus machst! Patchwork ist kein Ausweichmodell! Patchwork ist eine andere Art von ganz!

Wir bauen keine perfekten Bilder – wir bauen Verbindungen. Und wir dürfen dabei neue Begriffe schaffen, wenn die alten nicht mehr passen. Für mich ist „Bonusmum“ kein Trendwort. Es ist eine Haltung. Eine, die sagt: Ich bin hier, mit offenem Herzen. Nicht statt jemandem. Sondern zusätzlich.

Liebe hat Platz für mehr als eine Version von Familie! Vielleicht ist es nicht immer einfach. Vielleicht muss man manches aushalten, manches erklären, manches lernen. Aber am Ende zählt nur das:

Ein Kind kann nie zu viele Menschen haben, die es lieben!

Bildrecht: Kevin Delvecchio auf Unsplash 

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