"... und das ist gut so" - Theater, das befreit und herzlich lachen lässt


"… und das ist gut so" habe ich nun bereits zum zweiten Mal gesehen. Und selten hat sich für mich bestätigt, wie wahr der Satz ist: Manche Stücke wirken beim Wiedersehen noch stärker. Weil man genauer hinschaut. Weil man Zwischentöne hört. Und weil man merkt, dass hinter all dem Gelächter sehr viel mehr steckt, als man beim ersten Mal erfassen konnte. Ok - das hab ich schon beim ersten Mal, gelohnt hat es sich dennoch und ich würde es wieder tun.

Das Stück von René Heinersdorff ist unglaublich lustig – aber nie platt. Die Pointen kommen schnell, präzise und mit einem Timing, das das Publikum zuverlässig mitnimmt. Gleichzeitig ist der Abend durchzogen von feiner, kluger Sozialkritik, die nicht erklärt, sondern zeigt. Und genau darin liegt seine große Stärke.

Für viele Menschen, die sich bislang wenig mit sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität und den dazugehörigen Begriffen beschäftigt haben, bietet das Stück einen wunderbar niedrigschwelligen Einstieg. Begriffe, Ideen und Sichtweisen werden verständlich gemacht, ohne sie zu banalisieren. Man darf lachen, man darf stolpern – und man darf dazulernen.

Doch viel wichtiger als jede Begriffsklärung ist die Botschaft darunter.

Im Kern erzählt „… und das ist gut so“ von etwas zutiefst Menschlichem: Den eigenen Lebensentwurf zu finden. Und den Mut zu haben, diesem Entwurf zu vertrauen – auch dann, wenn er nicht den Erwartungen anderer entspricht.

Das Stück macht Hoffnung, weil es zeigt, dass Akzeptanz kein abstraktes Ideal ist, sondern oft genau dort entsteht, wo Liebe im Spiel ist. Dort, wo Menschen bleiben. Zuhören. Aushalten. Und mitgehen. Die Erkenntnis, dass die Menschen, die einen wirklich lieben, auch dann hinter einem stehen, wenn der Weg ungewohnt ist, zieht sich wie ein roter Faden durch den Abend.

Besonders abgeholt haben mich die Darsteller*innen – allen voran Ursula Karven(Rotraud) und Patrick Dollmann (Max). Für mich waren sie die absoluten Publikumslieblinge des Abends. Ihre Dialoge sitzen, ihre Körpersprache ist punktgenau, und ihre Art, Ernst und Komik zu verbinden, sorgt für die besten Lacher – und für genau jene Momente, in denen das Lachen kurz innehält und etwas nachklingt.

Gespielt in der Komödie im Bayerischen Hof München, entfaltet das Stück genau die Mischung, die gutes Boulevardtheater haben sollte: Es unterhält, ohne oberflächlich zu sein, und es berührt, ohne pathetisch zu werden. Zwei Akte, die wie im Flug vergehen – und ein Publikum, das spürbar beschwingt den Saal verlässt.

Mein Fazit:

Ein Theaterabend, der verbindet.
Der lauter lachen lässt und leise nachdenklich macht.

Und der am Ende ganz klar sagt:

Du darfst dein Leben so leben, wie es für dich richtig ist! - ... und das ist gut so.

Bildrecht: Ralf Wapler für die Komödie im Bayerischen Hof München

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